als genereller tipp und anregung: finds klasse, dass du zu deiner "längeren zeile" stehst und dir auch dabei bewusst was gedacht hast und es so lässt. man muss als autor immer zu seinen texten stehen.
die ersten 3 verse der 1. strophe erzählen von der sehnsucht des LI (lyrischen ichs) nach einer person, wahrscheinlich irgendeine liebe, affäre, was weiß gott.
vers 4 beschreibt schon die auswirkungen dieser sehnsucht. wohlmöglich als klinge der "tiefe strich" zu verstehen... also depression, borderline, irgendwas in richtung SVV (selbstverletztendes verhalten, um überhaupt noch etwas zu spüren)
ich selbst benutze in meinen texten auch oft das element eines "tiefen striches", jedoch eher in der wirklichen bedeutung, dass ich meine gefühle auf papier niederschreibe und über diese prozesse selbst gedichte verfasse... das WÄRE hier auch durchaus denkbar oder anwendbar.
weiter im text mit strophe 2:
wieder die ersten 3 verse, sie erzählen von der hoffnungslosen lage und untermauern die theorie in vers 1, dass es sich um eine depression oder dergleichen handelt, und zwar um eine schwerwiegende. dass der lebenswille erloschen ist, kann man gleichsetzen mit lebensmüde ---> also denkt an freitod, vllt hat es das LI sogar in der verzweiflung mit der klinge aus S1 V4 schon versucht.
wieder hebt sich vers 4 als konsequent des ganzen ab und beschreibt den einzig noch gehbaren weg für das LI.
strophe 3:
greift die erinnerungen an eine geliebte person aus strophe 1 wieder auf, erzählt, dass es früher mal besser war und wie sich die betroffene person wohl wieder weiter quält. egal ob es sich die narben, durch das schreiben (also wieder aufwühlen von gefühlen) öffnet, oder im praktischen sinne mit einer klinge.
an der stelle beginnt es sich zwar etwas im kreis zu drehen, unterstreicht allerdings die verzweifelte note und trägt immer noch positiv zum gesamtbild bei, so als technischer zwischenkommentar.
strophe 4:
hier wird endlich die hintergrund geschichte genauer belichtet. es wird meine vermutung mit der "liebe" untermauert. und zwar, dass es sich um eine unglücke liebe handelt, die nicht erwiedert wurde. das LI ist unsterblich verliebt (innerlich entfacht, feuer und flamme, usw. ), doch durch die ignoranz und abweisung wurde das LI erst in die depression getrieben und sieht nun keinen ausweg mehr im leben, sollte diese liebe doch den weg des glücklichen lebens darstellen.
SOOOO.... wärst du mir nicht so sympathisch und hätte den text so gerne gelesen, hät ich mir net die mühe gemacht :mrgreen:
lg alex