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Es fliegen die Steine
am Augenrand Himmel
deine und meine, keine
beugen sich über die Zeit
als wäre dahinter
eine zweite.
 
Von Silben beschritten
Steinpfad und Meer
damals, du sagtest
es sei eine Schuld
in meinen Worten.
 
Krähenlied, flog hoch
fiel tief, so war eine Brücke
im Abgrund versenkt
von fallenden Steinen.
 
Deine, am Wegrand Zeit
aufgesammelte Sprache
trug jene Steine beisammen
ein schleppender Sinn, als
dieser zu meinem gestoßen
zu sprechen von Schuld
ich wusste
wusste es längst.
 
Es lag eine Schwere
in meinen Worten, zu groß
stand unser steiniger Himmel
hinter der Stirn
Krähe, du sagtest
es sei eine Schuld in mir
ich sang dein Lied
ich wusste es längst.
 
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Hallo Lichtsammlerin,
 
dein Gedicht lässt mich an Der Rabe, von Edgar Allan Poe denken.
 
Es ist nicht einfach zu lesen, aber, wie bei wirklich guten Gedichten, ich ahne worum es geht ...
Eine weit zurück liegende Auseinandersetzung, Streit, Vorwürfe, Schuldgefühle.
Schicksalhaftes fast.
 
LG
Carlos
 
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Hallo Lichtsammlerin,
ich denke, es ist weniger das "(An)Klagelied" der Krähe, sondern mehr der "Stein des Anstoßes, wer warf den ersten (Wort)Stein", der hier Himmel und Zeit zu Statisten einer Schuldfrage werden lässt. Etwas zu weit gespannt, finde ich, ist die reale Bildebene vom Himmel, über den Steinpfad zum Meer in den Abgrund, aber das ist natürlich nur mein rein subjektives Bekritteln auf hohem Level.
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LG
Perry
 
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08.05.19
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Hallo Carlos,
 
ich glaube als Außenstehender lassen sich meine Zeilen wirklich schwer entschlüsseln, aber dein Ansatz passt genau!
Edgar Allan Poe hat ja viel düsteres geschrieben.. ich werde mir "Der Rabe" mal durchlesen.
Danke für dein Feedback!
 
 
Hallo Perry,
 
deine Gedanken sind sehr spannend, und die "Steine" meinen hier tatsächlich (schwere) Worte. Wobei es mir nicht darum ging, über diese zu richten, zu verurteilen, sondern aufzuzeigen und Muster zu erkennen. Die Stein-Worte fallen wie aus dem Nichts (vom Himmel) und reißen mühsam gebaute Brücken in die Tiefe.. über die Zeit des Geschehens hinaus. Du hast recht, der Kontrast meiner verschiedenen Bildebenen ist gewagt. Beim Schreiben selbst habe ich darüber nicht nachgedacht, es ergab sich aus einem inneren Kontrast, der ebenso weit gespannt war..
In diesem Gedicht werde ich es wohl bei dem Kontrast lassen, da ich nicht weiß, wie ich diesen mildern könnte, ohne das gesamte Konstrukt zu verändern. Ich nehme deine Hinweise aber stets gerne mit für weitere Werke!
Auch dir lieben Dank fürs reflektieren.
 
 
Liebe Grüße an euch, Lichtsammlerin
 
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