Feedback jeder Art Lieder der Bäume

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Kaum mehr berührt von euren neuen Siegen,
nur da ein Blatt und dort ein leiser Ton.
Mit meinen Gräsern will ich wiegen,
mit meinen Bäumen sing ich immer schon.
 
Mit dieser Tanne hoch am Berg zu rauschen,
der Axt zu lauschen und der Säge Klang,
aus dem sich bald die Segel bauschen,
um einen Mast, in hellen Möwensang.
 
Mit diesem Ahornblatt im Herbst zu brennen,
zu spüren wie nach Tanz und Flug und Fall
die Erde trägt. – Nur Atem kennen,
sonst nichts vom Menschen, Atem überall.
 
Die Schlehenblüte und im Gras das Weiße,
mit dem der Apfel lockte durch das Blau.
Im Wind ein Leben, eine Reise,
Eis, Regen, Schnee und Dunst und manchmal Tau.
 
Zurückgekehrt aus dem Maschinenbrummen
ins Wispern zwischen Bach und Fels und Baum.
Zwischen den Halmen Lieder summen,
hinein in einen neuen Traum.
 
Autorin
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14.04.21
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Hallo Volker,
 
mit diesem Text schreibst du mir aus dem Herzen.
Bäume mit ihrer so viel längeren Lebenszeit als Menschen und ihrem komplexen Organismus, mit einer sozialen Struktur und einer besonderen Art den Empfindens sind wunderbar. Nicht umsonst waren sie in Vorchristlicher Zeit heilige Stätten.
 
Was denken sie über das was um sie herum vorgeht? Wie wehren sie sich. Wie können sie ihre Erfahrungen an ihre Nachkommen weitergeben, wenn sie gezüchtet und entwurzelraumt werden?
Welches Entsetzen müssen sie empfinden.
 
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mfG JC-
 
Liebe Grüße
Sali
 
 
Autor
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Hallo Volker,
ein wunderbares Gedicht! 
Gehe ich recht in der Vermutung, dass du ein Seemann warst?
Liebe Grüße
Carlos
 
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17.05.21
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2.167
Hi Volker,
 
in einem freundschaftlichen Dichterdisput  zwischen wirklich sehr begabten Haiku Schreibern hier, fiel auch schon einmal dein Name in Richtung einer fast schon sachverständigen Autorität bezüglich der hohen Kunst des Haiku meine ich mich zu erinnern. 
 
Dieses Gedicht, obgleich vermutlich kein Haiku, gefällt mir sehr gut und das sage ich nicht nur als bekennender Tolkien Fan und intimer Freund der Ents .. aber auch als solcher: die Schicksalsversunkene Annahme Deiner Bäume gewährt einen Blick auf eine große, tiefe Naturseele die still zu akzeptieren scheint, dass auch Maschinen letztlich Natur sind?
 
Nur Atem kennen,


sonst nichts vom Menschen, Atem überall
ist mein klarer Favorit, obwohl es viel zu mögen gibt an diesem außergewöhnlichen Werk
 
 Mes compliments 
 
Dio
 
Autorin
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10.08.20
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4.040
Hallo Volker, ich habe dieses sehr beeindruckende Gedicht sehr gern und mit großem Interesse gelesen. Dazu kann ich bestätigend sagen, der Wald ist eine Kathedrale.
 
Lieben Gruß Darkjuls
 
Autor
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03.05.21
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Einfach wunderbar geschrieben. Eine wunderbare Welt, eine wunderbare Welt die wir vernichten. Bis wir statt in ihr, nur noch von ihr träumen können. 
 
LG Alex 
 
  • Alexander
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