Nachtgedanken

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Yue

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Inmitten der Nacht
die Tränen fließen
Gedanken in alle Richtungen schießen
 
Dunkle Melasse
nie wieder Licht
Schatten, halten ein Scherbengericht
 
Dann sanfter Hauch
schwer zu erfassen
Etwas hat mich aufmerken lassen
 
Schimmer von Dir
mildern es ab
Briefe die ich gelesen hab
 
Worte geschrieben
in Deiner Weise
Schaffen mir eine helle Schneise
 
Der Morgen erwacht
mit güldenem Stich
Ich hoffe wieder und warte auf Dich
 
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Hallo Sushan,
 
inhaltlich wieder sehr schön und gelungen. Ich kann in jedes Wort einsteigen, eigene Erfahrungen von Verlassenheit werden wach, Erinnerungen an schlaflose Nächte und Kummer. Sehr stimmungsvoll.
 
Formal: Falls Du unter die Silbenzähler gehen willst wäre das ein Gedicht, an dem Du üben kannst, ob Du überall ein gleiches Versmaß durchgehalten hast und falls nicht, ob Dir was einfällt, um das zu ändern. Ab der 4. Strophe wird die Sprachmelodie für mich etwas unterbrochen. Musst Du aber nicht machen, kann man auch so lassen.
 
Bei der letzten Strophe empfinde ich das "gülden" als unpassend. So als wolltest Du wie ein Dichter klingen - was zur Folge hat, dass es auf mich wie imitierte Lyrik wirkt. Du hattest in den Strophen vorher doch auch keine künstlichen Worte nötig. Warum an dieser Stelle? Lass es doch einfach "golden" sein. Und was ist ein "Stich"? Kommt das irgendwie von "stechender Sonne"? Hier wäre der sich anbietende einfache Reim vom goldenen Licht in meinen Augen besser. Wobei das Morgenlicht ja nicht unbedingt golden sein muss. Es könnte ja beispielsweise auch rötlich, orange oder frisch sein.
 
Oder eine ganz andere Mittelzeile:
 
Der Morgen erwacht
mit diesem Gedicht
ich hoffe wieder und warte auf Dich
 
Der Morgen erwacht
und mit neuer Sicht
hoffe ich wieder und warte auf Dich
 
LG
 
Ruedi
 
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23.07.18
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Dein Gedicht hat mich berührt, besonders deine Wortwahl und die Wirkung des Briefes. Beim Wort Scherbengericht hab ich aufgemerkt. Ein Gericht bewertet, urteilt und bestraft. Scherben stehen für etwas zerbrochenes, können verletzen. Was ergibt das? Eine Stimme die verletzt, die urteilt und doch auch selbst zerbrochen ist?
 
Mir gefällt der Gedanke vom geschriebenen Wort - egal ob Brief, Buch, SMS - zurück ins Licht geführt zu werden .
 

Yue

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'Aurora Undine]Was ergibt das? Eine Stimme die verletzt schrieb:
Mir gefällt der Gedanke vom geschriebenen Wort
[QUOTE='Aurora Undine]zurück ins Licht geführt zu werden .
[/QUOTE]Ich hab es hier schon mal geschrieben. Manchmal reicht die Stimme nicht aus, oder ist zu laut und viel zu unpräzise.
Da kommt dann das Schreiben ins Spiel.
 
Vielen Dank für Deine Anmerkungen!
 

Yue

Autor
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Ab der 4. Strophe wird die Sprachmelodie für mich etwas unterbrochen.
Ich probiere ein bisschen herum und was Du schreibst, habe ich selbst gemerkt. Mir gefällt diese Form gut irgendwie, aber ich habe es noch nicht so im Griff.
Derzeit versuche ich mal wieder etwas anderes und nehme mir dafür mehr Zeit. Das hier waren wirklich nur so Gedanken und am Ende dachte ich mir, ich lasse die Form ruhig entgleiten.
 
 
Lass es doch einfach "golden" sein.
Okay, auch da hast Du nicht unrecht. Ich dachte einfach an einen Schimmer, der aber auch gleichzeitig Wärme mit sich bringt und ein Leuchten.
'Ruedi]Und was ist ein "Stich"? [/QUOTE]Stich durch die Dunkelheit schrieb:
Der Morgen erwacht
mit diesem Gedicht
ich hoffe wieder und warte auf Dich
...gefällt mir wirklich ausgesprochen gut.
 
Ich danke für Deine Zeit, die Du Dir genommen hast!
 
  • Yue
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