Textarbeit erwünscht Schreibkram

Der/die Autor/in wünscht sich konkrete Rückmeldungen zur Textgestaltung.
  • Nesselröschen
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Sei still, der Gram kommt in Schüben,
ich will den Kram hier noch üben.
Zeilen, sie fischen im Trüben,
weilen nicht, fliehen, zerstieben.
 
 
Ursprüngliche Fassung:
Still, der Gram kommt in Schüben,
ich will den Kram hier noch üben.
Zeilen, ihr fischt heut im Trüben:
Weilen will ich - doch sie stieben.
 
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Grüße,
 
habe in zwei Zeilen herumgebastelt. 
 
Still, denn der Gram kommt in Schüben
Ich will den Kram hier noch üben
 
Der Tatsache geschuldet:
 
Zeile eins die Metrik angepasst. 
 
Alle Zeilen haben das gleiche metrische Muster in: X x x X x x Xx
 
Und Zeile 2 Den "Gram" herausgenommen, weil, wenn sich der Gram in den kurzen Text zweimal wiederholt, sieht das hilflos aus. 
Schöne Pfingsten.  (Hatte hier eine Änderung eingefügt und später wieder herausgenommen)
 
Ähm sorry. Gram und Kram, das passt, habe ich eben erst geschnallt. Habe gepennt.
 
 
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Ich sehe hier einen Menschen, der was Gutes schreiben will, ist aber von Sorgen geplagt, die ihn daran hindern.
 
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Hallo, Horst,
 
danke für das Ausprobieren, wie es metrisch besser passt! Deswegen war mir Kritik willkommen. Auch wenn ich in V.1 ursprünglich: "Sei still, der Gram kommt in Schüben" stehen hatte, betone ich anders, bin mir aber - wie schon gesagt - ziemlich unsicher. Mir klingen V.1 und V.2 damit gleich:
 
Sei still, der Gram kommt in Schüben,  xXxXXxXx
ich will den Kram hier noch üben.         xXxXXxXx
Zeilen, ihr fischt heut im Trüben:           XxxXXxXx  oder  XxxXxxXx
Weilen will ich - doch sie stieben.         XxXxXxXx   
 
Den 3. Vers kann ich auch noch umschreiben, dann klängen auch die beiden letzten Verse mMn gleich:
Zeilen, fischt ihr heut im Trüben?         XxXxXxXx
 
Mir kam es hier auf den Anfangs- und Endreim (vor allem den Anfangsreim) an, den ich üben wollte. Doch weiß ich nicht, ob er so in Ordnung ist.
 
Das "denn" in deinem Vorschlag gefällt mir nicht sehr gut. 
 
 
Hallo, Carlos,
 
es war nur eine Spielerei, aber es ist schon so, dass man sich manchmal damit abmüht und der Frust nicht ausbleibt.
 
Danke für euren Besuch!  
 
LG Nesselröschen
 
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Hallo Nesselröschen,
 
dein Vierzeiler ist für viele Schreiberlinge nachvollziebar und für mich erst recht, denn ich übe und übe und übe. Was kommt bei der Überrei raus? - nur Chaos, wie man in der Poetenschule sieht, der allseits ein Graus.
 
Doch lasse ich den Kopf nicht hänge
der Kloß ist irgendwann zu sprengen
 
 
LG Sternwanderer
 
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Hallo,
 
Nesselröschen, mittlerweile habe ich mitbekommen, dass man Texte verschieden betonen kann. Mit der Zeit lernt man neben Jambus, Trochäus und Anderen, dass es noch mehrere Möglichkeiten gibt. Aber man sollte klein beginnen und dann nach und nach aufbauen. Und jeder sollte sich das heraussuchen, wo er denkt, das hier macht mir Spaß.
 
Zu deinem Text:
 
 
Still, der Gram kommt in Schüben,
ich will den Kram hier noch üben.
Zeilen, ihr fischt heut im Trüben:
Weilen will ich - doch sie stieben.
 
Die Einsilber: "Still, der Gram kommt" kann man sehr schlecht Zuordnen - was ist betont oder unbetont??
Und es wird schlimmer: "ich will den Kram hier noch üben.
 
Hier aber: "Zeilen, ihr fischt heut im Trüben./ durch  die Worte, Zeilen und Trüben beide Xx  kann man schon eher ein vorhandenes  Betonung-muster herauslesen.
 
Und das habe ich erkannt und dann auf den ganzen Text übertragen.
 
Still,  denn der Gram kommt in Schüben,
X, x x X x x Xx
ich will den Kram hier noch üben.
X x x X x x Xx
Zeilen, ihr fischt heut im Trüben:
Xx, x X x x Xx
Weilen will ich - doch sie stieben.
Xx x X- x x Xx
 
Im Internet gibt es ein Programm, das nach dem Betonung-muster eines eingefügten  Textes sucht und zu 90% richtig erkennt.
Deinen  Text könnte ich auch anders betonen:
 
Still, der Gram kommt in Schüben,
X, x X x x Xx
ich will den Kram hier noch üben.
x X x X x x Xx
Zeilen, ihr fischt heut im Trüben:
Xx, x X x x Xx
Weilen will ich - doch sie stieben.
Xx x X- x x Xx.
 
Du siehst, viele Einsilber sind schwer zu erfassen, ob betont oder unbetont. 
 
So, das solls sein viel Spaß beim Schreiben. 
 
 
 
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Hallo, Horst,
 
Still, der Gram kommt in Schüben,


X, x X x x Xx


ich will den Kram hier noch üben.


x X x X x x Xx


Zeilen, ihr fischt heut im Trüben:


Xx, x X x x Xx


Weilen will ich - doch sie stieben.


Xx x X- x x Xx.
 
Ja, hier kann ich es auch so lesen! Ich denke auch, dass das Meiste metrisch stimmen muss, und einen kleinen Rest kann man "zwingen"(?) So wie die letzte Zeile, die nicht ganz so will ...
 
Danke, dann bin ich nicht ganz allein mit meinen Zweifeln!
 
LG NR
 
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Hallo Nesselröschen,
 
da packt mich wieder mal das Jagdfieber bei deinen Zeilen - ich habe mich auch mal versucht den "Kram zu pressen".
Vielleicht kann Horst ja mal drüber schauen, ob sie so einigermaßen passen oder ob es ein im Trüben fischen geblieben ist  :
 
I.
Stille, der Gram kommt in Schüben.
Wille,  den Kram hier zu üben.
Zeilen, sie fischen im Trüben.
Weilen nicht.  Fliehen,  zerstieben.
 
 
oder
Version II.
 
In Stille: der Gram kommt in Schüben.
Der Wille:  den Kram hier zu üben.
Die Zeilen: sie fischen im Trüben,
verweilen nicht,  fliehen,  zerstieben.
 
 
Liebe Grüße
Sali
 
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OK, so solls sein:
 
 
Stille, der Gram kommt in Schüben.
Xx,x X x x Xx
Wille,  den Kram hier zu üben.
Xx, x X x x Xx
Zeilen, sie fischen im Trüben.
Xx, x Xx x Xx
Weilen nicht.  Fliehen,  zerstieben.
Xx x. Xx, xXx.
 
Und:
in Stille: der Gram kommt in Schüben.
x Xx: x X x x Xx
Der Wille:  den Kram hier zu üben.
x Xx: x X x x Xx
Die Zeilen: sie fischen im Trüben,
x Xx: x Xx x Xx
verweilen nicht,  fliehen,  zerstieben.
xXx x, Xx, xXx.
 
Alles gut.
 
 
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Liebe Sali,
 
das wollte ich ja, dass es noch jemanden erwischt!
 
Was meinst du zu meinem Änderungsversuch nach Horsts erster Antwort:
 
Sei still, der Gram kommt in Schüben,  xXxXXxXx


ich will den Kram hier noch üben.         xXxXXxXx


Zeilen, ihr fischt heut im Trüben:           XxxXXxXx  oder  XxxXxxXx


Weilen will ich - doch sie stieben.         XxXxXxXx   oder XxxXxxXx  (hier wie Horst)
 
Man hängt oft noch sehr an seinem Ursprungsgedanken und möchte ihn nicht ganz hergeben: Ich antwortete mit diesen Zeilen jemandem, der mitbekam, wie lange ich über meinem ersten Hexameter saß, dass man diesen "Kram" üben müsse ... Schön wäre es ja in diesem Sinn als Hexameter gewesen, doch ich holte die Zeilen aus dem Fundus, als Lé die Anfangsreime einbrachte, und wollte sie auch probieren.
 
Von deinen Vorschlägen gefällt mir die erste Version besser (und die Zeilen sind alle einheitlich), nur der Wille hängt mir noch zu sehr in der Luft; ich weiß aber nicht, ob das anders zu lösen wäre, wenn der Anfangsreim bleiben soll. Darum schreibe ich lieber in freien Versen, die sich besser fügen, und das Gedicht ist schneller fertig.
 
Ich habe mich über deinen Besuch und das Mitmachen gefreut!
 
Liebe Grüße
Nesselröschen
 
PS: Vielleicht bleibe ich bei meinen ersten beiden nachträglichen Zeilen und nehme dann deine zwei letzten, weil sie mir besser gefallen. Danke!  Warte noch, was du zu meiner Betonung sagst und dazu, dass das Metrum dann in der ersten Hälfte von dem der zweiten abweicht. Also:
 
Sei still, der Gram kommt in Schüben,
ich will den Kram hier noch üben.
Zeilen, sie fischen im Trüben.
Weilen nicht.  Fliehen,  zerstieben.
 
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Liebe Nesselrose,
 
metrisch haut es gut hin. Jeweils sind die Verspaare 1 und 2, sowie 3 und 4 metrisch gleichartig. Ich sehe keine Zweideutigkeit.
Im ersten Vers ist "still" die wichtigere Information als das Hilfsverb "sei". Im zweiten Vers ist das Verb "will" eindeutig sinngebend. Der Rest ist ohnehin nicht anzuzweifeln. 
 
Sei still, der Gram kommt in Schüben,
ich will den Kram hier noch üben.
Zeilen, sie fischen im Trüben.
Weilen nicht.  Fliehen,  zerstieben.
 
Ich finde es in dieser Form sehr gut.
 
LG Lé.
 
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huhu,
ad hoc hat mir die letzte zusammengesetzte Version am Besten gefallen. Ich freu mich für dich, dass du eine Form gefunden hast die dich zufriedenstellt und auch noch die Leser.  
Liebe Grüße
Sali
 
 
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Danke für die Hilfe, das freut mich! Dann stelle ich die letzte Version auch noch ein.
 
Euch ein schönes Wochenende!
Nesselröschen
 
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