Liebe Carry,
ich weiss nicht, ob ich mich jetzt gleich unbeliebt mache, aber mir scheint, Du hast in deinen - durchaus wohlklingenden - Worten es geschafft, die Metaphern so zu ver-dichten, dass am Ende nur das große Schweigen bleibt. Was meint der Leser jetzt konkret (also ich):
[QUOTE='Carry]Lange Zeit lauschte Was hört man aus Fischmündern (ausserhalb von Märchen): Nichts
ich den Fischen
im Wasser
als die Kälte kam ungesprochene Worte (also nichts hörbares, nur Gedanken?), werden unter dem Eis
der Teich zufror völlig zum Schweigen gebracht.
lagen ungesprochene Worte
unter Eis verborgen
langsam erinnere ich mich etwas scheint zu tauen - zumindest im Geist des LI
wieder an all das
was ich dir noch sagen wollte
irgendwann siehe oben
wenn der Winter weicht
werden Gedanken Aber nur Gedanken - es wird weiterhin nichts gesprochen
wieder auftauchen
vielleicht Und auch dies ist keine Perspektive ausser der Fortsetzung des großen Schweigens
[/QUOTE]Missversteh mich bitte nicht, ich will deinen Text nicht niederreden. Aber ich beschäftige mich halt damit und das ist das, was ich lese. Das große Schweigen. Ständige Stille. Ich vermute, es soll sich um jemanden handeln, der sich zurückzog und nicht mehr kommunizierte, weil die Beziehung abkühlte. Ich sehe aber nicht, dass der/diejenige vor hat, an diesem bedrückenden Zustand etwas zu ändern.
Von daher entsteht in mir der Eindruck einer völlig fertigen Frau, die nicht aktiv wird (und z.B. die Scheidung einreicht oder zur Eheberatung geht), sondern (verletzt schmollend?) vor sich grübelt und leidet, ohne in die Gänge zu kommen.
Ist das das Bild, dass Du von deinem LI vermitteln willst?
Ein bisschen ratlos
Ruedi