Tsunami

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Und plötzlich wechselt Sand die Farben
Das Meer zieht still sein Kleid zurück
Es präsentiert uns tiefe Narben
Ach war man doch bis jetzt von Glück
 
Die Möwen hören auf zu streiten
Als ahnten sie gleich die Gefahr
Und können in der Luft begleiten
Was das Beben tief gebar
 
So wütend bricht das Meer an Land
Zieht alles durch die nasse Hand
Zermalmt die Zukunft hier von allen
Nichts bleibt verschont durch dessen Krallen
 
Wer nicht entkam der ist verendet
Wie die Natur das Leid verschwendet
Rücksichtslos so ohne Schuld
Löscht sie Leben mit Geduld
 
Die Möwen fingen an zu streiten
Kein Fisch nein Kunststoff liegt im Sand
Das Meer entblößte kurz sein Leiden
Erbrach das Gift von Menschenhand
 
Der Möwe Beute lag in Fetzen
Sie nimmt den Beutel schluckt und würgt
Der Hungertod läßt sich nicht hetzen
Belegt den Magen, leidet, stirbt
 
Noch kann der Schädling sich verstecken
Der Erde nutzt der Fortschritt nicht
So wird sie stetig Kräfte wecken
Es ist ihre natürlich Pflicht
 
Solch Parasit bringt nur verderben
Sein Wirt erduldet Höllenqual
Selbst er muss schon sein Müll verzehren
Verspeist sein letztes Abendmahl
 
Wer ist hier Opfer
Wer ist voll Leid
Wer hält sich länger
Wer hat mehr Zeit
 
Autor
Registriert
20.09.19
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5.477
Die ersten drei Strophen gefallen mir sehr gut.
Das Gedicht fängt in medias res an, macht neugierig auf große Lyrik...
 
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