Feedback jeder Art Verbrennung

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Autor
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25.05.20
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Gib stiller Glut ein neues Scheit.
Es ist nicht gleich zum Brand bereit.
Es qualmt und schwelt.
Es knackt. Doch wird sein Holz entseelt
von starker Hitze. Gase schweben
ihm aus Kavernen, plötzlich streben
die ersten Flammen hell vom Klotz,
umschmeicheln noch den düstern Trotz
und sticheln seine Lenden.
Dann fliegen sie mit bunten Händen
vielfingrig, weiß und gelb und rot
und fauchend um des Opfers Tod.
Still sinkt der schwarze Rest zusammen
und müde betten kleine Flammen
in Asche ihn. Noch sickert Blut,
noch wabert funkelnd letzte Glut.
 
 
(aus dem Fundus)
 
Autor
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Das Scheit wird mit Fortschreiten des Gedichts menschlicher ...
Am Ende stehe ich vor einem Scheiterhaufen.
Summa cum laude, lieber Gummibaum.
 
Autor
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Danke, lieber Carlos, für die Mitteilung deines Leseerlebnisses und das Lob.
 
Mit besten Grüßen
gummibaum
 
Autorin
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Ach gummibaum du Schelm,
 
ich liebe so subtil erotische Dichtung die verschleiernd nichts verbirgt. Da lass ich mir sehr gern einheizen.
Das Spiel der Flammen, das Knacken und Knistern wenn das Scheit erst beginnt zu glimmen um dann Feuer zu fangen, das züngelnde Spiel der FLammen, die aufsteigende Hitze bis zur Erschöpfung ...die noch wärmende Asche nach dem Brand... diese Bilder sehe ich  nur mit anderen Augen wenn ich heute abend vor dem Kaminofen sitze  da wirds mir dann doppelt warm.
Gut beschrieben und eines einst stolzen Baumes ehrfurchtsvoll erzählt.
 
Liebe Grüße
Sali
 
Autor
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Danke, liebe SalSeda.
 
Wie ich sehe, gibt es mehrere Interpretationsmöglichkeiten. 
 
Liebe Grüße von gummibaum
 
Autorin
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Lieber gummibaum,
 
verneigen tue ich mich hier in der Art, dass mir die Flammen schon an Knöcheln lecken.
Ich weiß ja, dass du gut schreibst.
Hier finden Flammen und Holz eine lebende, vielleicht menschliche Gestalt und fast reift ein Bild von epischen Schlachten zwischen Gut und Böse.
Das Bild ist schlicht. Aber daraus hast du eine Weite und Tiefe entworfen.. grandios!
 
Liebe Grüße Lichtsammlerin
 
Autor
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Danke, liebe Lichtsammlerin,
 
ich versuche immer, mich in die Dinge hineinzuversetzen. Als ich das Gedicht schrieb, saß ich neben einem Ofen mit Glastür.
 
Liebe Grüße von gummibaum  
 
Autor
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Hmmm,
 
...sobald das Scheit feuer fängt ist es über kurz oder lang zum Scheitern verdammt? Oder Bestimmt?...
 
Was bleibt ihm? Es kann sich in loderndem Stolz gegen seinem Schicksal aufbäumen oder sich, ganz Feuer und Flamme, dem Unvermeidlichen hingeben...
 
Werter Gummibaum, auch ich habe dein wärmendes und erhellendes Gedicht und deine Antworten (mit mehreren Interpretationsmöglichkeiten) schmunzelnd gelesen und genossen.
 
Grinsende Grüße
 
vom Gaukel
 
  • Gaukelwort
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