Feedback jeder Art Verlockung

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  • Sidgrani
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Hörst du sie auch, die berauschenden Töne,
leise vom Walde herübergeweht.
Hinreißend spielt die betörende Schöne,
himmlisch und süß, sie bettelt und fleht.

Wonne verheißt dir die schmeichelnde Flöte,
flüstert von Lust, verzaubert dein Herz.
Keck weht ihr Haar in verwerflicher Röte,
Jüngling gib Acht, denn du findest nur Schmerz.

Ihre Gestalt, einer Sage entstiegen,
zieht dich hinunter in feuchtkaltes Reich,
höre nicht hin, du wirst kläglich erliegen,
folgst du den Klängen, vergehst du sogleich.

Schelmischen Blicks leckt sie lüstern die Lippen,
nur noch ein Schritt und es gibt kein Zurück.
Stark ist der Bann, ihre Brüste, sie wippen,
süß der Moment, doch er kostet dein Glück.

Disharmonie lässt die Weise zerschellen,
tief war die Trance, du atmest dich frei,
hörst deinen Hund die Versuchung verbellen,
Huldra entflieht mit schaurigem Schrei.
 
Autor
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Hallo Sid,
Sehr hübsch gereimt und vollendet die Form,. Wobei ich kurz zusammenzucke, wenn sich Herz und Schmerz reimen. Aber okay, das Gedicht ist in einem älterem Stile, da hat man bestimmt noch so reimen dürfen.
Insgesamt gefällt es mir sehr gut!
Uwe
 
 
Autor
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Hallo Sid...
 
und Hallo Uwe...
 
...wer den Daktylus so meisterlich beherrscht, der darf auch mal Herz auf Schmerz reimen und seine poetischen Mitstreiter die zeitlosen Flötentöne lehren. 
 
Findet
Cornelius
 
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Hallo Uwe, hallo Cornelius,
 
danke für die Blumensträuße, die ich gerne entgegennehme. Herz und Schmerz sind verpönt, ich weiß, wobei es sich in dem Gedicht aber nicht um die klassische Kombination handelt, der Schmerz hier bezieht sich auf die körperliche Qualen und den Tod.
 
LG Sid
 
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Mir gefällt "Wonne verheißt dir die schmeichelnde Flöte", wobei ich dabei gleich an das männliche Geschlecht gedacht habe 😋 Schande über mich!
Mir gefallen die Reime und man kann die Situation nachfühlen. Gut gemacht 🙂 
 
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Für schmutzige Gedanken kann ich nichts, @aimee von klee, aber ich erkenne an deiner Bemerkung, dass du offensichtlich keine Flötenphobie hast. 😁
 
Danke für die Blumen.
LG Sidgrani
 
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Hallo Sidgrani,
 
meisterhaft wie du die Verlockungen der Huldra beschreibst, und welcher Mann könnte dem schon widerstehen? Ein bisschen fühlte ich mich auch an Goethes Fischer erinnert, dem allerdings kein rettender Hund zur Seite stand und der deswegen auch nie wieder gesehen wurde, nachdem es ihn in die Tiefe gezogen hatte.
 
Grüße,
Aries
 
Autor
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Hei Aries,
 
ja, die Ähnlichkeit mit dem Fischer ist nicht zu übersehen. Er hatte niemanden, der ihm helfen konnte. Huldras sollen der Sage nach nicht generell böse sein, die in meinem Gedicht war es aber.
 
Danke und einen lieben Gruß
Sid
 
  • Sidgrani
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