Vor dem Fenster

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Vor dem Fenster
Draußen vor dem Fenster singt
ein Vöglein hell ein Lied,
das unsagbar tief mir bringt
Erinnerung, die schied,

als ich ein Kind noch war.
Mein Herz schlägt sonderbar -,
und tränenschwer entsteht
ein Schmerz, der still verweht.

***
 
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Hallo Holger,
 
Erinnerung, die schied,
als ich ein Kind noch war..
 
meinst du mit schied..
erblühte.. ??
oder schied.. fort ging..
 
Berührt ganz tief dein Text..
 
mfg. Behutsalem
 
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Ja, Behutsalem, Erinnerung die schied (und durch das Vöglein geweckt wurde; das Fenster ist metaphorisch die Perspektive ins "Kind -sein" ), weil
sie als Bestandteil des kindlichen Denkens verschwunden war: also "fort ging". -
 
Die aufsteigende Rührung, im Moment der Beobachtung des Vögleins, bewirkte einen tränenschweren Schmerz, weil das Beobachten der Natur durch die
Augen eines Kindes soviel mehr ist (der Blick ist unverhangen und rein) als das eines "abgestumpften" Erwachsenen (siehe auch "Sofies Welt" von Jostein Gaardner). - Als Dichter jedoch erlischt der besagte Blick eine Kindes niemals, es ist vielmehr die Vorraussetzung, wirkliche Dichtung zu vollbringen.
 
Liebe Grüße ins schöne Österreich,
 
Holger
 
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