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Autor
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20.09.19
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an einer Bushaltestelle
da sagte sie 
das ist doch Rasputin 
zu einem Typ blickend 
der auf der anderen 
Straßenseite lief 
 
Sie hatte mir 
von ihm erzählt 
einer ihrer früheren 
Liebhaber 
 
Sie hätte ihn fast 
gerufen 
verfolgte ihm eine 
Weile 
mit den Augen 
 
Der Typ kam mir nicht 
wie ein Liebhaber vor 
mit einer Einkaufstasche 
und halb zerstreut 
 
Zum Glück 
hat sie ihn nicht gerufen 
 
Zum Glück hat sie mich 
nicht gerufen 
der alte Mann neben ihr 
muss ihre neue Flamme sein
 
Autorin
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13.08.20
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564
 
Oh ha, lieber @Carlos, jetzt bin ich auch ein bisschen verwirrt, vor lauter Perspektivenwechsel... Wer ist denn nun wer?
Aber deine beschriebene Situation klingt spannend. Mir ging es in letzter Zeit oft so, das ich Menschen rufen/begrüßen wollte und später gemerkt habe, das sie es gar nicht waren und nur wegen der Maske Ähnlichkeiten hatten, so lernt man eben schnell neue Leute kennen.
Vielleicht ist es in deinem Gedicht genauso und der Ex-Liebhaber ist es in Wirklichkeit gar nicht... Wer weiß?
 
Liebe Grüße
Lina
 
Autor
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Good morning liebe Lina,
das Beschriebene geschah in der Vorcorona Zeit,V.C.
Ich stand an einer Bushaltestelle neben meiner Freundin, als sie diesen ehemaligen Liebhaber erkannte. Wenn sie alleine gewesen wäre hätte sie ihn wahrscheinlich gerufen.
Wie du richtig erkannt hast, in der letzten Strophe findet ein Perspektivwechsel statt. 
Ich danke dir für deine Rückmeldung, für dein Interesse.
Und dir lieber Alex für deinen Like. 
 

 
 
ehemaliger Autor
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12.06.21
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Lieber Carlos,
 
wunderbar vertextet der Perspektivenwandel....
Chapeau!
 
Liebe Grüße in deinen Tag!
Uschi
 
Autor
Registriert
20.09.19
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Vielen Dank liebe Uschi für so ein tolles Kompliment. 
 
Ich möchte gerne hier ein Gedicht abschreiben, das mir sehr gut gefällt: 
 
               "DIE BEIDEN 
 
Sie trug den Becher in der Hand
-Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand-,
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.
 
So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde 
Erzwang er, daß es zitternd stand.
 
Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:
 
Denn beide bebten sie so sehr,
Daß keine Hand die andre fand 
Und dunkler Wein am Boden rollte."
 
HUGO VON HOFMANNSTHAL
   (1874-1929)
 

 
ehemaliger Autor
Registriert
12.06.21
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Ach wie schön lieber Carlos, wie schön, so schreiben zu können - ich kannte es nicht,
lichen Dank!
 
Autorin
Registriert
08.05.21
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104
"Rasputin - lover of the russian queen" (Boney M). 
 
Lieber Carlos, schön geschrieben, leicht und spannend.
 
Manchmal ist es besser gewisse Informationen nich zu wissen, event. nicht zu sagen. Das ist wie mit einer Tür, man will durch das Schlüsselloch schauen, aber dann schliesst man besser die Tür und macht eine andere Aktivität.Was ist besser? Nichts. Auch wenn man einer andere Aktivität macht, weiss man das das Schlüsselloch immer da ist und wir immer wieder von ihr angezogen werden.
 
LG
 
Lucia
 
Autor
Registriert
20.09.19
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5.477
Good morning Lucia,
ich sehe, du hast dich mit meinen Zeilen beschäftigt, ich danke dir.
Natürlich heißt dieser Mensch nicht Rasputin, aber es ist schon seltsam, warum ausgerechnet dieser Name mir eingefallen ist.
Natürlich ist das, außer mir selbst, nichts von Bedeutung, aber solche spontane Eingebungen machen,vielleicht,
meine Zeilen, für manche, für DICH, interessant.
Merci beaucoup

 
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