Feedback jeder Art Zweidimensional

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  • anais
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Zweidimensional
 
Am Kuchentisch sitzen wir da
Mit Mutter, Bruder, Frau und Kind
Kleinsprech-Lästern über nichts
Jedes mal die gleiche Leier
Ewig unfertige Pflicht
 
Höflichkeiten ausgetauscht
Nichts los, Arbeit, Essen, Schlafen
Keine Arbeit, keine Lust
Rente und Altersbeschwerden
Alltagsfrust
 
Tiefe ertrinkt schnell im Flachen
Undurchsichtig, kurz und schnell
Ballast von früher, nie erzählt
Kurzes Angebergezerre
Tiefes Ziel verfehlt
 
Schon kommen die Raucher wieder
Das Kind hat vergnügt gespielt
Mal allein, Mal dabei
War hier und da
War was? Ja!
 
"Schau, was ich gefunden hab!"
"Ist vielleicht noch Kaffee da?"
"Ist doch scheiße, wie die leben!"
"Rate, wer gestorben ist!"
Ich – soeben.
 
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Alltag, der sich in Nichtsgesprächen auflöst - eine Wunde für die Seele. Vielleicht kein Grund, um zu sterben, aber sicherlich einer, um auszubrechen und sich endlich auf seinen eigenen Weg zu machen. Eigentlich mag ich den trivial ausgesprochenen und so oft und überall angewandten Spruch "Es gibt immer einen Weg", denn genau der sollte das LI am Schopf packen und einen Schubs in die richtige Richtung mitgeben.
Genauso liebe ich dann das Leben. Wenn ich leben darf, wie ich es will und nicht wie andere es mir in "Kleinsprechlästereien" schwer machen.
Tiefe ertrinkt schnell im Flachen
Eine wunderbare Umschreibung von Nonsens im täglichen Umgang miteinander, der sich allzugerne breit macht. Ach ja, da gibt es noch so ein schönes Sprichwort "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom", also schnell ein bisschen Kraft aufwenden und umdrehen. Echt erfrischend - das würde ich dem LI raten.
Sehr schön geschrieben, auf den Punkt gebracht lieber @Ponorist. Wenn wir uns irgendwo in deinen Zeilen wiedererkennen, dann sollten wir schleunigst die Richtung wechseln. Meine ich halt.
Sehr gerne gelesen, weil es lebensnah ist.
Sonja
 
Autor
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02.08.19
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2.569
Gefällt mir sehr, Ponorist!
Wenn Beziehungen augenscheinlich nur noch oberflächlich stattfinden, und man am gegenüber eigentlich gar kein Interesse mehr hat, dann sollte man sich fragen, ob das aufrechterhalten der Beziehungen noch Sinn macht. Wenn es dabei um die eigene Familie geht, wird es dann schon schwierig. Sehr gerne gelesen!
 
grüßend Freiform
 
Autorin
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10.08.20
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4.040
Hallo Ponorist, hier wird Klartext gesprochen, wobei ich persönlich finde, dass das Worte "scheiße" nichts in einem Gedicht zu suchen hat. (vielleicht furchtbar oder schlimm) Egal, ich mag das Gedicht und kenne diese Situation auch. Lieben Gruß Darkjuls
 
Autor
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14.06.20
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Vielen Dank, Ihr Lieben, für's Lesen, Mögen, Kommentieren und Liken.
@Sonja Pistracher und @Freiform; ein Grund zu Sterben ist diese "Einsamkeit unter vielen" natürlich nicht. Aber ich merke, wie sich die Verbindung von der Ursprungsfamilie immer weiter entfernt. Das fühlt sich in diesem Kontext manchmal wie ein Absterben an. Emotionale Tiefe erwarte ich nach 44 Jahren nicht mehr, respektiere aber, dass meine kleine Tochter (vier Jahre alt) diesen Verwandtschaftszweig auch kennt.
 
@LisaN und @Darkjuls; vielen Dank für das Lob. Die ersten vier Zeilen der letzten Strophe sind Durcheinandersprech. Ich sollte sie in Anführungszeichen setzen.
 
Danke auch an @Skalde, @Feuerfunke und @Sonnenuntergang
 
Viele liebe Grüße und ein schönes Wiochenende
 
Euer Peter
 
Autorin
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01.05.20
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Hallo Peter,
 
ein sehr realistisches Gedicht.Gut geschrieben.Die unerträgliche Seichtigkeit des Seins hast du gut rübergebracht.
Sehr gerne gelesen.
 
Liebe Grüsse
anais
 
  • anais
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