Aktuelles
nur Entwicklungsumgebung

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt fĂŒr alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene BeitrĂ€ge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Feedback jeder Art Herbstzyklus ( neeee, schon wieder ein Pantun 🌞)

Hier gelten keine Vorgaben mit Ausnahme der allgemeinen Forenregeln.
  • U
    letzte Antwort
  • 7
    Antworten
  • 154
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Kupferrot glÀnzt die Sonne am Himmel,
die Erde zeigt ihr buntes Flammenkleid.
Doch bald verfliegt die herbstliche Wonne,
der Sommer stirbt in fahlen, trĂŒben Weiten.

Die Erde zeigt ihr buntes Flammenkleid,
ein Blatt fÀllt leise in die offene Hand.
Der Sommer stirbt in fahlen, trĂŒben Weiten –
ein Traum verweht im welken BlÀtterland.

Ein Blatt fÀllt leise in die offene Hand,
dein Schatten war mir einmal so nah.
Ein Traum verweht im welken BlÀtterland,
die Zeit verrinnt – was einst war, ist nicht mehr da.

Dein Schatten war mir einmal so nah,
doch kalter Wind streicht durch mein Gesicht.
Die Zeit verrinnt – was einst war, ist nicht mehr da –
und Kupferrot glÀnzt die Sonne im Nebellicht.
 
Hallo Driekes,
schön herbstlich weiter gesponnen!
Formal kenne ich mich da weniger aus, mir ist nur aufgefallen, dass die Kreuzreime nicht durchggÀngig sind.
Was mich aber nicht wirklich stört. 😉
LG
Perry
 
Moin

Perry,​


ach, du hast den fehlenden Kreuzreim entdeckt –
wie schön, dass jemand noch auf Ordnung achtet,
wo das Gedicht lĂ€ngst ins herbstliche Chaos zerfĂ€llt. 😉🍁

Aber ja, du hast natĂŒrlich recht: Der Reim lĂ€uft nicht wie gewohnt –
kein Kreuz, kein Paar, kein Umarmungstanz. Stattdessen ein Pantun.

Und wie du sicher weißt: Der Pantun schert sich herzlich wenig um deutsche Reimgewohnheiten. Der kommt, wiederholt sich, geht, kommt wieder –
poetisch gesehen also eher ein Ex-Freund mit SchlĂŒssel. 😄

Ich geb’s zu:
Der Reim ist faul, der Rhythmus flieht,
doch Formbewusste kriegen Gliederschied.
(
ist natĂŒrlich Blödsinn aber – es reimt sich halt.)

Mit kupferroter Selbstironie
und einem Hauch Nebelpoesie

LG.
Driekes
 

s Themen
Lieber Driekes,

Du findest immer so wunderbare und lobende Worte in Deinen Kommentaren. Das möchte ich auch, aber:

Die Form Deines Pantuns ist mir leider nicht bekannt. Wie Perry es schon erwÀhnte, ist mir auch aufgefallen, dass die Kreuzreime nicht durchgÀngig sind. Am meisten fÀllt es in der ersten Strophe ins Auge.

Wahrscheinlich liegt es daran, weil ich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten noch nicht vertraut bin. Ich muss noch viel lernen. 😉

Gerne gelesen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Moni
 
Lieber Driekes,

da geht`s mir diesmal wie Moni. Ich möchte dir auch gern einen wunderbaren Kommentar schreiben, aber so ein Pantun in freier Form ist nicht so meins. Obwohl die einzelnen Zeilen wunderbar formuliert sind, ergibt sich im Zusammenspiel der Zeilen fĂŒr mich nicht diese Wirkung, wie es bei hergebrachten Kreuzreimen der Fall wĂ€re.
Aber die GeschmĂ€cker sind ja zum GlĂŒck verschieden und ein anderer findet es wieder super.

Liebe AbendgrĂŒĂŸe
Wilde Rose
 
Liebe Moni, liebe Wilde Rose,

herzlichen Dank fĂŒr eure offenen und liebevollen RĂŒckmeldungen.🌞
Solche ehrlichen GesprÀche bedeuten mir wirklich viel, weil sie mich immer
wieder neu ĂŒber mein Schreiben nachdenken lassen.

Ihr habt vollkommen recht: Ein klassisches Pantun folgt einer festen Struktur
mit Kreuzreim und der genauen Wiederholung der letzten Strophe.
Der Kreuzreim (abab) ist dabei eine wichtige StĂŒtze, die Rhythmus und
harmonische Verbindung der Zeilen schafft.
Diese klare Form hat ihren eigenen Zauber und bringt viel Harmonie mit sich.

FĂŒr meinen Text habe ich mich jedoch bewusst fĂŒr eine freiere Variante entschieden,
das sogenannte Pantun-Rangkaian – eine Kette von Strophen, bei der sich Zeilen
wiederholen und miteinander verwoben sind. Dabei steht der fließende Bild- und
Gedankenstrom im Vordergrund, weshalb der Reim etwas in den Hintergrund rĂŒckt,
um Raum fĂŒr AtmosphĂ€re und Stimmung zu schaffen.

Die letzte Zeile ist keine wortwörtliche Wiederholung der ersten, sondern eine bewusste Variation:


„Kupferrot glĂ€nzt die Sonne am Himmel.“
„Und Kupferrot glĂ€nzt die Sonne im Nebellicht.“

FĂŒr mich spiegelt diese kleine Änderung den Wandel 🍂der Jahreszeit wider –
das warme Licht bleibt, wird aber leiser und gedĂ€mpfter, fast wie ein letzter Blick zurĂŒck.

Was das Schreiben đŸ–‹ïžfĂŒr mich besonders lebendig macht, ist gerade dieses Experimentieren
mit Form und Inhalt – das Ausloten, wie sich strenge Strukturen wie Pantun oder/und Rondell verbinden lassen,
ohne ihre Eigenheiten zu verlieren. Ich versuche derzeit, diese beiden Formen in Einklang zu bringen –
ein Pantun-Rondell, wie ich es nenne – etwas, das meines Wissens bisher noch nicht so existiert.
Dabei ist mir wichtig, die Schönheit und Klarheit der traditionellen Formen zu bewahren,
aber auch Raum fĂŒr persönliche Gestaltung und GefĂŒhl zu lassen.🌿

Solche Freiheiten sind fĂŒr mich in der modernen Lyrik absolut legitim –
wenn sie mit Sinn und GefĂŒhl gesetzt werden und das Gedicht dadurch lebendig bleibt.

Ich freue mich sehr, dass ihr so genau hingehört (gelesen) 📜habt,
und danke euch von Herzen fĂŒr eure Gedanken und den wertvollen Austausch.

Lasst uns weiter gemeinsam die Worte suchen, die unser GefĂŒhl tragen.đŸŒș

Herzliche GrĂŒĂŸe
Driekes
 
Zuletzt bearbeitet:

s Themen
Lieber Driekes,

eins aber solltest Du noch wissen - Ich mag Dich, weil ich aus Deinen Zeilen lesen kann. 👍

Liebe GutenachtgrĂŒĂŸe
Moni
 
  • U
    letzte Antwort
  • 7
    Antworten
  • 154
    Aufrufe
  • Teilnehmer

Unbeantwortete Themen von Driekes

ZurĂŒck
Oben